St. Sebastian in Giuv                  Romontsch

Giuv liegt auf einer Halde oberhalb des Weilers Dieni am Fusse des Piz Culmatsch. Die Kapelle zeugt noch heute von einem verlassenen Weiler. Daneben liegt die Strasse, die über den Oberalppass; über Milez, Tiarms, führte. Der Name Giuv, in alten Schriften auch Juf genannt, stammt vom Wort «Jugum», was Joch, Anhöhe bedeutet.
Im Jahre 1768 war Giuv noch von 22 Personen in 5 Häusern bewohnt. Laut Pater Placi a Spescha standen 1805 nur noch 2 Häuser dort. Nach und nach zogen die Einwohner von Giuv ins Tal hinunter. Als letzter Bewohner von Giuv wird Tschimun Decurtins genannt. Das letzte Haus wurde nach Rueras versetzt.
Im Jahre 1836 zerstörte eine Lawine 7 Scheunen und Ställe mit dem Viehbestand. Das geschah am Weihnachtsfest. Fünf Fütterer wurden von der Lawine begraben, zwei davon konnte man nur als Tote aus den Schneemassen bergen.
Die Kapelle zu Ehren des hl. Sebastian erlitt keinen Schaden.   
    

Geschichtliches

Im Gemäuer der Kapelle auf der Nordseite ist die Zahl 1552 eingeritzt. Bestand die St.Sebastian-Kapelle schon damals?

1650 Die Kapelle ist nirgends dokumentiert. Nach der Form ist sie mutmasslich im Laufe des 17. Jahrhunderts erbaut worden.
1750

Der um die Hälfte des 18. Jahrhunderts entstandene Altar ist sehr einfach.  Ein Gemälde in der Mitte stellt Christus am Kreuze dar, rechts hl. Sebastian und Maria, links hl. Rochus und hl. Karl Borromäus.
Das Gemälde im Giebel stellt den hl. Nepomuk dar. Vorne auf dem Altartisch befindet sich noch ein Gemälde. Es zeigt den Märtyrertod des hl.  Sebastian. Neben dem Fluss Tiber in der Nähe von Rom wird der hl. Sebastian von Peinigern mit Pfeilen getötet. Daneben die Fischer an der Arbeit und die Einwohner der Stadt, die spazieren gehen.

1806

Die Glocke im offenen Turm trägt die Jahreszahl 1806. Sie besitzt einen Durchmesser von 34 cm und trägt die Inschrift: «S. MARIA ORA PRO NOBIS 1806 Meister JOSEPH UNT BONEFATZ VALPEN VON RECKINGEN FON WALS.»  Bilder: Maria und hl.  Antonius von Padua. Mehrmals wurde die Kapelle weiss gestrichen.  Das bezeugten vor Jahren die Inschriften mit Hafnerkreide, so zum Beispiel: «Sogn Bastgaun roga per nus» (heiliger Sebastian bitte für uns), und auch verschiedene Hauszeichen. Früher befand sich auch eine Muttergottes-Statue in der Kapelle des hl. Sebastian. Das zeigt die Inschrift auf der Statue des hl. Sebastian: «MATER DOLOROSA.»

1924 Das Schindeldach wurde durch ein Blechdach ersetzt.
1935 Aus dem Pfarreibrief für die Kaplanei Rueras 1935: Der hochw. Kaplan soll zweimal mit der hl. Messe nach St.Sebastian gehen: einmal im Frühling, wenn das Feld bestellt ist, und einmal im Sommer, wenn in Giuv geheuet wird (ca. Mitte Juli).
1950 Die Kapelle bekam neue Fenster.
1974 Die Kirchgemeindeversammlung vom 10. August wählte eine Kommission für die Restauration der Kapellen des hl. Sebastian und der hl.  Brigitte.
1980 Die Aussenmauern wurden ausgebessert und verputzt. Die Restauration wird fortgesetzt.  In den nächsten Jahren sollen die Altäre restauriert, die Innenmauern ausgebessert und gestrichen werden. Die Bänke werden entfernt, und ein neuer Fussboden aus Stein wird gelegt werden.